Da die Anzahl unterschiedlichster Tests auf den unsichtbaren Covid-19-Quälgeist stetig zunimmt und nun auch solche durch die eigene Hand angeboten werden, hat sich die Autorin dieser Zeilen in einem Anfall von Wagemut dazu entschlossen, einen solchen im Selbstversuch durchzuführen.
Den sogenannten Nasenbohrertest wollte ich auf seine Tauglichkeit und Anwenderfreundlichkeit hin auszuprobieren. Hier meine Erfahrungen und Empfehlungen:
Das Testen war denkbar simpel. Man führt das überdimensionale Wattestäbchen in ein Nasenloch ein, schiebt es vorsichtig nach oben. Sollte es den Anschein erwecken, als ginge es nach zwei, drei Zentimetern nicht mehr weiter, lassen Sie sich bitte dadurch nicht aus der Ruhe bringen, liebe Leserinnen und Leser. Dem ist selbstverständlich nicht so. Entweder erschweren ein Popel oder mehrere zusammengeklumpte das Vorwärtskommen des Stäbchens; oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand. Bei mir war es Letzteres.
Unabhängig davon, was der Grund ist, drücken Sie sachte nach, bis Sie den Widerstand überwunden haben. Wenn das gut 18 Zentimeter lange Stäbchen zu mehr als einem Drittel in Ihrer Nase verschwunden ist, befinden Sie sich auf dem richtigen Weg. Treffen Sie nun trotz kräftigen Nachdrückens erneut auf Widerstand, gratuliere ich Ihnen herzlich. Sie sind eben auf Ihr Gehirn gestoßen. Nun drehen Sie das Teststäbchen fünf Mal um die eigene Achse, bevor Sie beginnen es langsam aus der Nase zu ziehen. Sollte dies nicht möglich sein, habe ich eine schlechte Nachricht. Dann hat sich nämlich durch die Drehbewegungen das Gehirn um das Stäbchen gewickelt, und verhindert nun, dass Sie dieses aus der Nase entfernen können.
Für den Fall, dass es sich ohne Probleme herausziehen lässt, führen Sie das Wattestäbchen in die dafür vorgesehene Öffnung in dem Kartonumschlag ein und träufeln fünf Tropfen der alchemistischen Flüssigkeit darüber.
Et voilà – fünfzehn Minuten später wissen Sie das Ergebnis.

Die Antwort auf die Frage, was schief gelaufen sein könnte, falls Sie das Stäbchen zur Gänze einführen können, bis es irgendwann gegen das Innere der Schädeldecke stößt, möchte ich hier der Fantasie der Leser*innen überlassen;-)

Alles Liebe und bleibt NEGATIV!
Kris

One thought on “nasenbohren für anfänger

  1. John Aysa says:

    Die beste Replik, die ich mir denken konnte, du soziale Chaotess mit Gehirn 😉
    Sehr beeindruckend, dass du die grauen Zellen an Ort und Stelle gelassen hast. Und herzlichen Glückwunsch zum Zwischenhirn in der Nase!
    Mein Zwischenhirn ist dazu übergegangen, auszuwandern und, wie es sich für graue Zellen geziemt, getarnt als ergrauender Bart den angestammten Platz zu verlassen. Mal schauen, was das für die Zukunft bedeutet – immerhin ist der Faschingskrapfen mit Leberkäse vermutlich dieser Fluchtbewegung zu verdanken.
    Alles Liebe, John

  2. John Aysa says:

    Und? Hast du jetzt ein bissl Gehirn mit rausgeholt? Ich frag ja nur, könnte sein. Vor allem, wenn du die Sache mit dem Widerstand so genau weißt ;-D!
    Außerdem bewegt mich die Frage, warum du das überhaupt gemacht hast? Mal unter uns, welcher Virus, der all seine Sinne beieinander hat, will sich schon in DIR niederlassen, hmmm???
    Gut, die Frage außen vor gelassen, ist es sehr löblich von dir, mit gutem Beispiel voran… äh … hinterher … äh … mitzutrotteln und kundzutun, dass du noch am Leben bist, trotz Selbstversuch. Was in der Wissenschaft nicht immer gut ausgegangen ist.
    Sonst fallt mir nur Schweinekram dazu ein, und das lasse ich mal besser ;-P.
    Alles Liebe, John

    1. John,
      wusst’ ich’s doch, dass dich mein Beitrag zu einem Kommentar motiviert.
      Ja, stell dir vor, ich bin auf mein Gehirn gestoßen. Was mich nun nicht wirklich überrascht hat. (Hab es aber an Ort und Stelle belassen. Hat sich bis dato dort bewährt;-) Ehrlicherweise war ich davon ausgegangen, dass sich in meiner Nase noch ein Zwischenhirn befindet. Ähnlich wie bei den Sauriern im Magen – oder so. Wie wären sonst meine wunderbaren literarischen Ergüsse erklärbar, neben denen jeder Literaturnobelpreisträger wie ein blutiger Amateur dasteht:-P
      Als sozial denkendes Wesen hab ich es vor einem Treffen mit ein paar Angsthäsinnen und -hasen getan, die offensichtlich um ihr Leben mehr fürchteten als ich um das meine.
      Tja, Selbstversuche waren schon immer problematisch und nicht zuletzt äußerst fragwürdig. Und sie sind nicht immer gut ausgegangen, wie auch jener mit dem Faschingskrapfen und dem Leberkäse einmal mehr unter Beweis stellte. – lol
      Alles Liebe, Kris

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